Meisterhau -  Historisches und szenisches Fechten

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Diese Bilder entstanden während eines Vortrages über die mittelalterliche Gerichtsbarkeit. Ein nicht unwesentlicher Bestandteil war der streng reglementierte Gerichtskampf, der mittels eines Gottesurteiles die Wahrheit ans Licht bringen sollte.

Bereits im 9.Jh wurde im fränkischen Recht die Benutzung sogenannter Langschilde vorgeschrieben. Aber erst in späteren Fechtbüchern erscheinen diese und auch die speziell gewandeten Kombattanden im Bild. Die enganliegende Kleidung sollte das Mitführen verborgener Waffen erschweren/verhindern - ebenso das Tragen zauberischer Schutzamulette, vor deren Macht der abergläubische Christ des Mittelalters eine große Angst hatte.

Einfachen und bürgerlichen Ständen war die Benutzung der gezeigten Utensilien vorgeschrieben... der lange Stechschild als Solowaffe, in Verbindung mit einer Keule oder dem Schwert.

Wir ließen diese Schilde nach den anatomischen Vergleichsmaßen der zeitgenössischen Fechtbücher anfertigen, denn es haben sich keine Originale erhalten. Ihr Gewicht beträgt um die 9kg und man ist damit erstaunlich behende und mobil. Mit beiden Händen gefaßt kann man den Schild sehr wuchtig und ultimativ einsetzen und diese unsere "Kampfversuche" dauerten stets nur wenige Sekunden. Mit Kolben oder Schwert beginnt man zu fechten, zu taktieren... das Duell kann sich hinziehen. Ob das damals ebenso war, steht trotzdem nur zu vermuten.

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